
Anfang und Ende allen Kummers ist dieser Ort
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| Autor/in: |
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Siobhan Dowd |
| Übersetzung: |
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Übersetzt von Salah Naoura. |
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| Verlag: |
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Carlsen |
| Publiziert: |
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2009 |
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| Preis: |
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CHF 27.50 |
| ISBN: |
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3-551-58208-4 |
| Seiten: |
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368 S. |
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| Schlagwörter: |
Irland | Bürgerkrieg | Selbstfindung | Politik |
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| Rezension |
Sommer 1981: In Nordirland herrscht Bürgerkrieg. Um bei den britischen Behörden die Anerkennung eines Sonderstatus als politische Häftlinge zu erreichen, treten Mitglieder der provisorischen IRA sowie der Irischen Nationalen Befreiungsarmee im Gefängnis Long Kesh in den Hungerstreik. Vor diesem Hintergrund entwickelt die irische Autorin Siobhan Dowd die fiktive und beeindruckend vielschichtige Geschichte um den 18 Jahre alten Fergus, der gerade mitten in den Abschlussprüfungen steckt und darauf hofft, seinem Heimatort Drumleash und damit auch einem Alltag voller Gewalt schon bald den Rücken kehren zu können. „Drei Zweien, und du hast einen Studienplatz für Medizin, Fergus McCann. Ein ganz neues Leben.“
Das dritte Buch der 2007 verstorbenen Autorin, das auf Deutsch erscheint, ist politischer Roman und Familiengeschichte, Kriminal-, Adoleszenz- und Zeitreiseroman, zarte Liebesgeschichte – alles in einem. Und dazu so fesselnd geschrieben, dass man es eigentlich gar nicht mehr aus der Hand legen mag. Dabei treibt Dowd die Handlung auf zwei Erzählebenen voran. Denn nachdem Fergus eines Morgens beim Torfstechen mit seinem Onkel die Leiche eines kleinen Mädchens im Moor entdeckt hat, das – wie sich herausstellt – 2000 Jahre zuvor einer rituellen Hinrichtung zum Opfer fiel, träumt er wiederholt von „Mel“. In diesen Träumen erlebt Fergus hautnah mit, was zur Hinrichtung der kleinwüchsigen Frau geführt hat und wie ihre letzten Tage aussahen. Parallel dazu erzählt Dowd vom Alltag in Fergus’ Familie, der von dem unbegreiflichen Hass zwischen katholischen Republikanern und protestantischen Unionisten ebenso bestimmt wird, wie von der Sorge um den älteren Sohn Joe, der sich im Gefängnis am Hungerstreik beteiligt, von Fergus’ Abschlussprüfungen, seinen morgendlichen Joggingtouren, auf denen er auch kleine Päckchen für den irischen Untergrund transportiert und sich mit einem Grenzsoldaten anfreundet. Und: wie er sich in die Tochter der Pathologin verliebt, die die Untersuchungen um die Moorleiche leitet.
Wie alle Romane der irischen Autorin lebt auch „Anfang und Ende allen Kummers ist dieser Ort“ von einer ganz besonderen, inneren Spannung. Dabei berührt die Schilderung des von Unruhen und IRA-Bombenterror bestimmten Bürgerkriegalltags ebenso wie Mels Schicksal, die Dowd kunstvoll miteinander verwoben hat. Ein sorgfältig komponierter, berührender Roman, über einen jungen Mann auf der Schwelle zum Erwachsensein, der entscheiden muss, was ihm wichtig ist im Leben, wer und wie er sein will.
Andrea Duphorn |
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Ein Buchtipp aus "weiterfliegen. Empfehlenswerte Kinder- und Jugendbücher", einem Projekt
der Fachstelle für Gleichstellung der Stadt Zürich
(ehemals Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann der Stadt Zürich)
und des Schweizerischen Instituts für Kinder- und Jugendmedien (SIKJM). |
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