Titel

AutorIn, IllustratorIn

Schlagwort

Erscheinungsjahr

Medium

Gattung

Kooperation

 

 

Bitte geben Sie im Formular die gewünschten Suchbegriffe ein und klicken anschliessend auf 'Suchen'.

Sie können auch nur eines der Felder ausfüllen.
Druckversion

10 Jahre Calvin und Hobbes – Das Jubiläumsalbum

 

Autor/in: Bill Watterson
Übersetzung:   Aus dem Amerikanischen von Alexandra Bartoszko.
Verlag:   Krüger
Publiziert:     1999
Preis:   CHF 27.50
ISBN:   3-8105-0370-3
Seiten:   208 S.

Schlagwörter:   Humor

Rezension
Schwarzweiss gezeichnete Comicstrips, die in der Regel aus zwei bis vier Bildern bestehen, sollen die mehrheitlich düsteren Meldungen in Tageszeitungen auflockern. Sowohl diese Vorgabe als auch der knapp bemessene Platz ermöglicht kaum die Vertiefung eines Themas. Deshalb enthalten die allermeisten Comicstreifen sehr einfache und entsprechend harmlose Gags. Nicht so Calvin und Hobbes, der mit Abstand schönste und beste Comicstrip, der in jüngerer Zeit in den USA entstand. Bill Watterson, Autor und Zeichner in einem, legt seinen Hauptfiguren immer wieder Worte in den Mund, die kleine wie grosse Leser nicht nur zum Schmunzeln, sondern auch zum Nachdenken anregen.Calvin ist ein kleiner Lausebengel, der eine blühende Fantasie hat. Immer wenn er alleine mit seinem Plüschtiger Hobbes spielt, wird dieser lebendig und doppelt so gross wie Calvin. Unglaublich, was Watterson mit diesem schlichten Themenrahmen alles anzufangen weiss. Die Variationen, die ihm dazu einfallen, sind so vielfältig, überraschend und vor allem zutiefst menschlich, dass man nicht genug von den herzerwärmenden Geschichten bekommen kann. Zum zehnjährigen Jubiläum der Serie hat Watterson eine Auswahl seiner Lieblingsstreifen zusammengestellt und um einige längere, farbige Episoden, die in amerikanischen Sonntagszeitungen publiziert wurden, ergänzt.
Merchandising – nein danke!
Das Besondere an dieser Sammlung sind Wattersons erhellende Kommentare. Immer wieder staunt man darüber, wie viele Gedanken sich der Autor für einen einzelnen Comicstrip von vier Bildern gemacht hat, einen Strip, der in wenigen Sekunden gelesen und angeschaut wird. Watterson hat die Comics eben nicht einfach zum Geldverdienen gezeichnet, sondern sie von allem Anfang an als künstlerisches Ausdrucksmittel betrachtet. In dieser Beziehung bleibt er bis heute unbestechlich und weigert sich standhaft, seine weltweit beliebten Figuren vermarkten zu lassen. Kaum vorstellbar, aber man kann nirgends auf der Welt in einen Laden gehen und den Stofftiger Hobbes kaufen! Dadurch verzichtet Bill Watterson auf ein Vermögen. Zum Vergleich: Charles M. Schulz, der die Peanuts auf Hunderte von Arten vermarkten lässt, soll ein Jahreseinkommen von 62 Millionen Dollar haben. Watterson findet aber: «Wenn man alles, was Spass macht und voller Zauber steckt, in etwas Käufliches verwandelt, wird die Welt des Strips entwertet. (…) Wer würde an die Unschuld eines kleinen Jungen und seines Tigers glauben, wenn sie aus ihrer Popularität Kapital schlagen, um überteuerten Schnickschnack zu verkaufen, den kein Mensch braucht?» Liest man solche Bekenntnisse, wird einem der Zeichner so sympathisch, dass man fast glaubt, ihn persönlich zu kennen. Und man bekommt seine herrlichen Comics noch lieber. Schade, dass er keine Calvin- und Hobbes-Strips mehr zeichnet. (Jugendliteratur)