
Alle seine Entlein
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| Autor/in: |
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Christian Duda (Text) | Julia Friese |
| Übersetzung: |
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| Verlag: |
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Bajazzo |
| Publiziert: |
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2007 |
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| Preis: |
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Fr. 28.- |
| ISBN: |
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978-3-907588-85-7 |
| Seiten: |
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| Schlagwörter: |
Väter und Söhne | Identität | Freundschaft |
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| Rezension |
Kaum hat die Geschichte begonnen, sehen wir auf einer Doppelseite einen Fuchs, der nach einer Ente schnappt. Weit aufgesperrt ist sein Maul, die Pfoten zum Festhalten bereit. Jetzt das Buch nicht zuklappen, liebe Eltern, aus Furcht davor, die nächste Seite zeige ein schauriges Gemetzel. Schliesslich steht auf der vorangehenden Seite: „Diese Geschichte handelt von Konrad und dem noch namenlosen Küken im Ei unterm Bauch einer Ente, die mitten im Wald am Ufer sass. Und so lernten sie sich kennen ...“ Die Ente entkommt also und Konrad, unser Fuchs, der furchtbaren Hunger hat, nimmt stattdessen das Ei mit, das die Ente am Ausbrüten war. Noch nicht essen, denkt er, an einem Küken ist mehr dran als an einem Ei. Wir ahnen es schon. Konrad ist einer, der viel denkt und nicht einfach aus Instinkt handelt. So lässt er zu, dass das Küken ihn „Papa“ nennt, er gibt ihm den Namen Lorenz (Konrad Lorenz lässt grüssen) und ist ihm der beste aller möglichen Fuchs-Väter. Sein Hunger wird dabei aber immer grösser und er träumt schon mal von „Geschmorter Wildente“. Selbst als Lorenz eines Tages Emma mit nach Hause bringt, vertagt Konrad das Zubeissen. Er wird der beste aller möglichen Fuchs-Grossväter. Die Entenschar wächst – Konrad wird schwächer und schwächer und stirbt eines Tages. Die Enten werden ihn in würdiger Erinnerung halten. Christian Dudas Parodie auf ein Fuchsleben hat Julia Friese mit expressiven Bildern und viel Sinn für Humor illustriert. Sie kritzelt, klebt, arbeitet mit Kreide und warmen Farbtönen und lässt uns Mitleid haben mit dem Fuchs, bei dem die Moral vor dem Fressen kommt. Je grösser die Entenfamilie, desto Raum heischender das Loch in seinem Bauch. Es gibt Füchse, die aus Anstand verhungern.
Christine Tresch |
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Ein Buchtipp aus "weiterfliegen. Empfehlenswerte Kinder- und Jugendbücher", einem Projekt
der Fachstelle für Gleichstellung der Stadt Zürich
(ehemals Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann der Stadt Zürich)
und des Schweizerischen Instituts für Kinder- und Jugendmedien (SIKJM). |
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| Rezension |
Am Anfang war ein Wald mit einem namenlosen Ei unter einer Ente und ein einsamer, hungriger Fuchs namens Konrad. Eigentlich will er die Entenmama kennenlernen, doch diese lässt vor Schreck ihr Ei zurück und Konrad setzt alle Hoffnung aufs Rühreibraten. Als das Küken schlüpft und beim Geräusch von Konrads knurrendem Magen glücklich “MuttiMutti” sagt, antwortet Konrad ganz aufgeregt mit “Nein! Papa!” anstatt mit “Ich fress dich!” Von diesem Moment an entwickelt sich eine eigenwillige Beziehung zwischen den beiden. Konrad schwankt zwischen verständlichem Bedürfnis nach Nahrung und väterlicher Fürsorge für das Entenküken. Das Küken mit seiner entwaffnenden Art bekommt alsbald einen Namen und kurz darauf auch eine Entenfreundin, Emma. So wird Konrad zum fürsorglichen Geburtshelfer für die ersten fünf Entenkinder von Emma und Lorenz. Am Ende lebt Konrad inmitten seiner grossen Entenkinderschar, bis er eines Tages die Augen schliesst und glücklich im Kreise seiner grossen Familie stirbt.
Beinahe wie die Entenmama zu Beginn des Buches hätte ich dieses Bilderbuch vor lauter Schreck beiseite gelegt und dabei ein Seh- und Lesevergnügen erster Güte verpasst. Wenn der kräftig rote Fuchs die Entenmama mit offenem Maul und gefährlich grossen Zähnen knapp verfehlt, kommt man als BetrachterIn kurz ins Stocken. Wer aber weiter liest und die aufkeimende Freundschaft des ungleichen Paars in den lapidaren und komischen Sätzen verfolgt, erfährt, welche Kraft echte Freundschaft haben kann und wie sehr es lohnt, auch einen zweiten Blick zu riskieren. Die Illustratorin Julia Friese findet in einer Kombination verschiedener Zeichen- und Collagetechniken eindrückliche Bilder, wobei vor allem die Gesichter enorm ausdrucksstark sind.
Barbara Jakob |
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